Jahresbericht 2020

 

Das Jahr 2020 hat gut angefangen. Die zweite Auflage unseres Besuchs im Lichtspiel im Marzili hat regen Zuspruch erfahren, und auch das politische Treberwurstessen in Schafis fand in gewohnt gelöster Atmosphäre statt. Damit hatte es sich allerdings. Mitte März wurde die Nachricht von der Ausbreitung des Corona-Virus auch bei uns aktuell, und damit wurde der Stillstand verhängt – und plötzlich hatte man Zeit. So und so viele Einträge in der Agenda waren durch den Lockdown gegenstandslos geworden, neue folgten nicht, das Wirtschaftsleben kam zum Erliegen und die Bundesbehörden versuchten mit gewaltigen Beträgen wenigstens das Leben in Gang zu halten. Wer konnte, war gehalten, seine Berufstätigkeit von zuhause aus fortzuführen. Wir Alten sollten tunlichst daheim bleiben und uns stille halten, auch nicht mehr Einkaufen gehen ausser für das Notwendigste. Die Strassen, die Trams und die Züge leerten sich, der Flugverkehr kam zum Erliegen, die Luft klärte sich, auf Satellitenbildern wurden plötzlich wieder Städte sichtbar, wo bisher nur Smogwolken zu beobachten waren. Manche sahen sich auf sich selbst zurückgeworfen, aber Zeichen einer Solidarität, gerade auch einer generationenübergreifenden zeigten sich überall.

Die Aktion war erfolgreich. Die Fallzahlen gingen rapide zurück, anfangs Sommer konnte man fast wieder leben wie zuvor – aber das internationale Reisen war zum Erliegen gekommen. Zwar gab es auch hier Solidarität. Die Schweizer begannen, die Schweiz wieder zu entdecken und halfen so der notleidenden Tourismus-Wirtschaft etwas auf die Beine, was vor allem den Berggebieten zugutekam. 

Das Verbands- und Vereinsleben kam mindestens was die Haupt- und Delegiertenversammlungen, die ja in der Regel in die erste Jahreshälfte fallen, zum Erliegen, das hat auch uns getroffen. In unserer Vorstandssitzung vom Juni beschlossen wir, die Hauptversammlung auf schriftlichem Wege durchzuführen. Das führte zu einer Haupt- und Staatsaktion in der Geschäftsstelle: Dank der Unterstützung durch Flavia Dürrenmatt schafften wir es, die Unterlagen für diejenigen, denen wir sie nicht elektronisch zustellen konnten, innert eines Morgens zu kopieren, zu sortieren und zu verpacken. Die Mühe hat sich gelohnt: der Rückfluss war erfreulich, wesentlich höher als die Teilnahme an den wirklichen Hauptversammlungen erwarten liess. Die Zustimmung zu den Anträgen des Vorstands war erfreulich hoch, und auch der einzige Wahlvorschlag kam problemlos durch: Ueli Maag, Hinterkappelen, wurde zum neuen Rechnungsrevisor gewählt.

Eine neue Normalität deutete sich auch darin an, dass wenigstens der geplante Ausflug nach Hagneck/Aarberg am 1. Oktober durchgeführt werden konnte. Organisiert von Roland Schafer und Martin Hagi wurde der zum vollen Erfolg. Die Führungen im neuen – erneuerten – Aarekraftwerk der BKW waren beeindruckend nicht nur durch ihre Technik sondern auch durch die Massnahmen die zum Schutz des natürlichen Lebens von Fischen und Uferbewohnern getroffen worden sind. Der zweite Teil – Aarberg, wo wir uns verpflegten und anschliessend anhand einer Stadtführung von Martin Hagi etwas hinter die Kulissen des malerischen Städtchens blicken konnten, rundete den Anlass ab.

Einige Tage später mussten wir erfahren, dass mein Vorgänger, Eugen Schneider am Tage dieses Ausflugs von uns gegangen ist. 

Wir hatten den Ausflug noch erfolgreich hinter uns bringen können, niemand hatte eine negative Folge zu beklagen. Aber die Fallzahlen nahmen im Laufe des Monats Oktober wieder rasch zu: Die zweite Welle der Covid-19-Grippe überrollte das Land, ein erneuter Lockdown war angesagt, in dem man der Pandemie schon gelassener und gezielter begegnete, der uns aber den ganzen Winter über und tief in das Jahr 2021 im Griff hielt. Der Bundesrat, der in der ersten Welle viel Lob geerntet hatte, sah sich zunehmender Kritik ausgesetzt, auch gehässiger, er hat aber die Nerven nicht verloren und das eidgenössische Schiffchen mit Festigkeit und Kompromissbereitschaft durch die Wellen gesteuert. Aus heutiger Sicht hat er mit seinem Vorgehen Erfolg gehabt und verdient den Dank der Bevölkerung. 

Wir selbst "sind nochmals davongekommen" und haben auch zu danken. Mein Dank geht zunächst an die Mitglieder des Vorstands für die gute Zusammenarbeit, an die Geschäftsleitung des BSPV unter der Führung seiner Präsidentin Anastasia Falkner und des Geschäftsleiters Daniel Wyrsch, der Geschäftsstelle unter der Leitung von Flavia Dürrenmatt und der Redaktorin des Diagonal, Joanne Bisig. Die stetige Unterstützung, die wir von der Postsgasse 60 her erhalten, ist uns sehr wertvoll. Herzlichen Dank auch Euch, die ihr durch Eure Präsenz an dieser Versammlung aber auch sonst für die Rentnervereinigung des BSPV einsetzt.

 

Juni 2021                                                                                                       Robert Ruprecht