Herbstausflug nach Hagneck / Aarberg

1. Oktober 2020

Der Plan, die Region Aarberg zu besuchen, ist an unserem Herbstausflug nach Witzwil ausgeheckt worden. Martin Hagi hat den Vorschlag gemacht, uns seine Heimatregion etwas näher zu bringen. Man weiss, dass sich in Aarberg die Zuckerfabrik befindet, dass Aarberg ein malerisches Städtchen ist – und was noch?

Nach einigem Zögern hat der Vorstand beschlossen, den Ausflug durchzuführen, trotz Corona-Risiken, allenfalls mit einem abgeänderten Programm. Knapp halb so viele Mitglieder der Rentnervereinigung wie sonst haben sich bereit gefunden, auf das Angebot einzugehen. Das machte möglich, dass man das ursprünglich angedachte Programm durchziehen konnte, denn die BKW, Betreiberin des Kraftwerks Hagneck, hat uns wissen lassen, dass sie nicht mehr als 27 Personen annehmen könnten, normalerweise sind es 60. 

Die Reiseroute gestattete uns keinen Kaffehalt. No problem, meinte Hansueli Fankhauser, unser Chauffeur: Dann bringen wir Kaffe und Gipfeli halt selber mit: Kaum waren wir angekommen, stand der Tisch mit Kaffe-Container und Gipfeli-Korb schon bereit und erlaubte uns, den traditionellen Znünihalt mit einem ersten Blick auf die Anlage zu verbinden. 

Das neue Kraftwerk Hagneck ist nicht nur ein technisches Projekt: Um das neue Stauwehr und das Maschinenhaus herum ist ein faszinierender Naturpark entstanden, der immer grüner wird, ohne dass man in seine Entwicklung eingreift, der vor allem auch den Fischen im Aarekanal und im Bieler See zugutekommt. Kundige, freundliche Führer*innen erlaubten uns Einblicke in den Naturpark und das renovierte alte Maschinenhaus, das noch mit einer Turbine in Betrieb steht. Pièce de résistance war aber die moderne Kraftwerkanlage mit ihren gewaltigen Kaplanturbinen. Diese sollen ohne Revision während 80 Jahren Strom produzieren. Unsere Führer*innen wurden nicht müde, auf die vielen Fragen einzugehen.

Nach dem Mittagessen im Löwen erlaubte uns Martin Hagi Blicke hinter die Kulissen von Aarberg. Es ist nicht nur das malerische Städtchen und die dominierende Zuckerfabrik – da verbirgt sich noch manches Sehens- und Wissenswerte. Wer dabei war, weiss es jetzt.

Martin, dem lokalen Organisator des gelungenen Ausflugs und Roland Schafer, unserem bewährten Reiseleiter gebührt unser bester Dank. 

Bilder: Peter Schneider, Diessbach


8. Politisches Treberwurstessen

 

Am 19. Februar trafen sich über vierzig Seniorinnnen und Senioren zum 8. Politischen Treberwurstessen bei Familie Andrey in Schafis am Bielersee. Das ist der Anlass, bei dem wir jeweils «auf die Pauke hauen» und uns von unseren Gastgebern verwöhnen lassen. 

Aber...

... heute ist alles Politik und hängt mit ihr zusammen von dem Leder an unserer Schuhsole bis zum obersten Ziegel am Dache, und der Rauch, der aus dem Schornsteine steigt, ist Politik und hängt in verfänglichen Wolken über Hütten und Palästen, treibt hin und her über Städten und Dörfern. 

 

Nach diesem Motto, das von Gottfried Keller stammt, und trotz seines respektablen Alters von rund 170 Jahren an Aktualität nichts eingebüsst hat, haben wir uns auch Gedanken gemacht über die Rolle, die wir im Rahmen unseres Verbandes aber auch als Alte in unserer Gesellschaft einnehmen. 

Für den Verband machen wir fast ein Drittel der Mitglieder aus. Das ist nicht zu unterschätzen. Unsere Rolle in der Gesellschaft beschränkt sich nicht einfach auf die Betreuung unserer Enkel, wir sind aufgerufen, aktiver Teil der Gesellschaft zu sein, solange wir das können und wo immer wir beheimatet sind. In einer Zeit, wo die mittlere Generation zunehmend unter Druck steht, sich wirtschaftlich über Wasser zu halten, ist die Rolle derjenigen, die nicht mehr auf ein Erwerbs-einkommen angewiesen sind, von immer grösserer Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft. 

Wir sind dankbar dafür, dass der wirtschaftliche Druck von uns genommen ist, und uns der Problematik bewusst, dass die Rentenfrage aktuell ist, gleichzeitig sind wir überzeugt von unseren Rechten, die immer wieder unter Beschuss stehen.


Lichtspiel zum Zweiten

Besuch  beim Lichtspiel, Bern

 

Im Januar 19 haben wir das Lichtspiel Bern, die Cinémathek im Marzili zum ersten Mal besucht und gefunden, das liesse sich wiederholen. 

So hat denn der Vorstand auf den 14. Januar neu dazu eingeladen, und gegen 40 Personen haben sich dazu auch angemeldet. Das Lichtspiel ist ein umfangreiches Filmarchiv, es enthält aber auch eine riesige Sammlung von Geräten rund um den Film, ist eine Konservierungsstelle, die auch privaten Interessenten offen ist, z.B. für die Digitalisierung alter eigener Aufnahmen. Es steht neben seinem ordentlichen Veranstaltungsprogramm auch Gruppen zur Verfügung. Darunter sind aber eigentlich nicht Spielfilme gemeint, die das Lichtspiel nicht sammelt (dafür ist das Schweizer Filmarchiv in Lausanne zuständig). 

Für eine Veranstaltung kann man sich wünschen, was man sehen möchte, weiss aber nicht genau, was kommen wird. Üblicherweise bekommt man neben einer Einführung in die Arbeit des Lichtspiels zwei Filmrollen zu sehen. Da zeigt sich: Das Lichtspiel ist immer für eine Überraschung gut.

Gewünscht haben wir uns ein politisches Programm mit Bildern aus der Zeit des Kalten Kriegs und der seitherigen Entwicklung. Gesehen haben wir einen Film über den Schutz vor der atomaren Bedrohung, der schon damals (um 1950) die Botschaft vermittelte: America First, einen ergreifenden deutschen Wochenschau-Beitrag zur Vernichtung des Prager Frühlings und einen Bericht über den Alltag einer jungen Frau im Welschland der 60er Jahre. – so war es also, als wir jung waren. 

Im zweiten Teil über die Zeit nach 1968 berührte uns vor allem ein Kurzfilm aus den 80er Jahren über den Umgang mit Abfällen aus Brasilien, der die menschenverachtende Haltung eines Abfall-Verwerters dokumentierte. Ein Thema, das an Aktualität gewinnt.

Unter der Führung von Carlo Elbasbasi-Bischof, der sich als guter Kenner der Materie erwiesen hat, verbrachten wir einen instruktiven Nachmittag, der nach einer Wiederholung ruft. Wir sehen uns also im Januar 2021.